Im März 2020 ist mit „Carnivore“ das zweite Album beim Label Century Media Records erschienen. Es ist allerdings das siebte in ihrer gesamten Zeit und das sind immer etwas mehr als dreißig Jahre, die Body Count schon ihren Rap Metal spielen. Die sozialkritischen Lyrics sind hier natürlich weiterhin vertreten. Außerdem eine neue Version von „Colors“, ein Ice-T-Track aus früherer Zeit (1988 um genau zu sein), und eine unveröffentlichte Demo von „6 In Tha Morning 2020“. Als Singles wurden die Tracks „Carnivore“ und “Bum-Rush“ veröffentlicht. Das Artwork stammt von Zbigniew M. Bielak.

Auf dem aktuellen Output gibt es zudem Gastbeiträge von und mit Jamey Jasta von Hatebreed, Amy Lee von Evanescence und Riley Gale von Power Trip. Mit dem Lied „Ace of Spades“ von Motörhead ist eine Coverversion enthalten, die mit einem gesprochenen Tribute an den verstorbenen Sänger Lemmy Kilmister (Rest in Peace) beginnt. Das Lied „When I’m Gone“, bei dem Amy Lee die Gesangsstimme übernahm, verfasste Ice-T zudem für den 2019 ermordeten Rapper Nipsey Hussle.
Das Album ist eine konsequente Fortsetzung des Vorgängers „Bloodlust“ mit Ausnahme der Spielereien, die auf „Carnivore“ deutlich abgenommen haben. Ihren Stil und ihre Produktion scheint die Band nun gefunden zu haben. Es knallt ordentlich rein diese Mischung aus Rap und Metal. Deutliche Einflüsse an Slayer und andere große Bands sind nach wie vor zu hören.
Sound wie Text sind immer eine Mischung aus Mittelfinger, Schlag ins Gesicht und derber Humor. Hier gibt es wieder einmal Crossover. Es ist wieder eine kraftvolle Mischung geworden, die keine andere Band so derbe vorträgt. Für alle wird die Rechnung nicht aufgehen, denn es könnte zu ähnlich klingen. Manche Sounds sollten aber vielleicht auch gar nicht mehr so sehr davon abweichen, wenn dieser erst einmal gefunden ist. Das könnte man Stagnation nennen, aber dafür ist es dann doch zu abwechslungsreich und anders. Also, gegenüber zum Vorgänger „Bloodlust“. „Carnivore“ bietet einige Überraschungen. Die größte und unerwartetste dürfte das Duett mit Amy Lee sein. Gelungene Platte!